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Menschenrechtsverletzungen in Haiti

Haiti ist das ärmste westliche Land und unterlag bereits mehreren Diktaturen. Es hat mit alltäglichen Verstößen gegen die Menschenrechte zu kämpfen, die auch die instabile Politik nicht eingrenzen kann.

Während der Zeit der Duvalier-Diktatur von 1957 bis 1986 gab es intakte Infrastrukturen, Arbeitsmöglichkeiten, erschwingliche Nahrungsmittel und Sicherheit. Jedoch ging diese hohe „Sicherheit“ mit einer Vielzahl an Menschenrechtsverletzungen einher. Massenhinrichtung, Vergewaltigung, Inhaftierung in Gefängnisse sowie Folter waren für wirkliche sowie vermeintliche politische Opponenten aber auch normale Haitianer jedoch der Preis, der dafür bezahlt werden musste. Die Menschen konnten nur bei geschlossenen Fenstern reden um sicher zu gehen, dass man nicht abgehört wurde.

An diese Stelle der Diktatur folgten zahlreiche Übergangsregierungen und mehrere Putschversuche verschiedenster Parteien. Nach dem Putsch 2004 hat der Hoffnungsträger Aristide das Land verlassen, seitdem hat sich das Leid der Bevölkerung nur noch verschlimmert.

Tagtäglich werden elementare Menschenrechte auf das Gröbste verletzt, es herrschen Willkür und Verzweiflung unter den Menschen. Der Reichtum des Landes ist auf 5% der Landesbevölkerung verteilt, der Rest ist der Armut ausgesetzt und kämpft jeden Tag erneut um das nackte Überleben, da nicht genügend Geld für Nahrung zur Verfügung ist. Kinder arbeiten für Dumpinglöhne in Privathaushalten und auf Straßen unter Bedingungen, die der Sklavenarbeit gleichkommt. In staatliche Schulen kommen Kinder nur über Beziehungen der Eltern, sodass ihnen das Recht auf Bildung untersagt wird. Das Wasser hat keine Trinkqualität, das sanitäre System ist miserabel und Sozialleistungen sind entweder inexistent oder zu teuer.

Politisch motivierte Festnahmen, Misshandlungen, Morddrohungen und Einschüchterungen sowie Vergewaltigungen sind keine Seltenheit.  Frauen können ihre rechtlichen Ansprüche nicht einmal geltend machen, da sie kaum Zugang zu dem ansässigen Justizsystem haben. Die dortige Nationale Polizei trägt durch willkürliche Festnahmen, Hinrichtungen ohne Verhandlungen zu den Menschenrechtsverletzungen eher bei, anstatt dagegen einzuschreiten und sie zu unterbinden. Die in dem Land begangen Straftaten werden mittlerweile nur noch selten geahndet, die Chance für sein Verbrechen zur Rechenschaft gezogen zu werden ist eher gering.

Die Bevölkerung leidet unterdessen weiter unter den katastrophalen Lebensbedingungen. Die Umweltzerstörung in weiten Teilen Haitis leistet seinen Beitrag zu der schlechten sozialen Lage des Landes.

Die Bevölkerung ist somit Leidtragender der Machtkämpfe zwischen den ehemaligen Milizen, Militärs, Drogen- und Waffenhändlern sowie der haitianischen Nationalpolizei. Weder die Übergangsregierung, die das Land auf freie und faire Wahlen vorbereiten sollte, noch die Stabilisierungsmission der UNO (MINUSTAH) schaffen es, dem Land Recht und Ordnung nahe zu bringen.

Um das Land zu stabilisieren und die Bevölkerung vor der zunehmenden Armut und dem Hungertod, sowie gewalttätigen Übergriffen zu schützen, ist eine vollständige Entwaffung, Demobilisierung und Reintegration von politisch rivalisierenden Banden erforderlich, dem Anschein nach aber kaum möglich.