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Menschenrechtsverletzungen

Menschenrechte sind weltweit bedroht und wurden noch nie so häufig und teils schwerwiegend verletzt wie in der heutigen Zeit der Globalisierung.
Politiker fordern mehr den je die Einhaltung der Rechte, transnationale Wirtschaftsunternehmen formulieren Sozialstandards und selbst das Militär will anstatt Kriege zu führen, lieber die humanitäre Situation der Menschen weltweit verbessern. Zwar hat die öffentliche Beschäftigung mit den Menschenrechten seit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen zugenommen, doch genauso stieg auch die Zahl der Menschenrechtsverletzungen an.

Die Vielfalt der Menschenrechtsverstöße sind zahlreich. Obwohl die Weltwirtschaft seit 1950 um das Siebenfache angestiegen ist, profitieren immer weniger Menschen von dem Reichtum und immer mehr Kinder und Erwachsene müssen an der Armutsgrenze leben und sich um das Überleben der Familie sorgen. Vor allem im Süden greift die wirtschaftliche Zerrüttung um sich und begünstigt die Rechtlosigkeit. Minderheiten werden täglich zu Tausenden verfolgt, Kinder und Frauen ausgebeutet und misshandelt, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit mit Füßen getreten.

Politische Interessen werden über das Leben von Flüchtlingen und Migranten aus verarmten und diktatorischen Ländern gestellt, Verantwortliche von Menschenrechtsverbrechen erhalten im Gegensatz dazu Immunität. Jedes Jahr sterben mehr als 10 Millionen Menschen an eigentlich heilbaren Krankheiten, da vor allem in Entwicklungsländern kein Geld für die medizinische Versorgung zur Verfügung steht, genauso wenig wie das Wissen über Ausbreitung und Behandlung dieser Erkrankungen. Die Folge ist Gewalt, die wie in einem Teufelskreis immer neue Gewalt heraufbeschwört.

Von Folter wird noch heute, auch in vielen eigentlich demokratischen und sozial entwickelten Industrienationen, vom Staat geduldet und täglich davon Gebrauch gemacht. Um die gewünschten Informationen von Terroristen, Rebellen und Verhafteten zu erhalten, werden die Verdächtigten Demütigung, psychischem Druck und körperlichen Schmerz ausgesetzt. Die Zweckmäßigkeit im Gegensatz zu der Folter ist bis jetzt immer noch fraglich.

Die Entwicklung des Menschenrechtsschutzes ist vor allem seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 ungewiss. Die Terrorismusbekämpfung ist anscheinend zum vorrangigen Ziel vieler Staaten geworden, dabei spielen weder Internationales Recht noch eigene historische Idealvorstellungen der Menschen- und Freiheitsrechte bei der Durchsetzung dieser Ziele eine Rolle. Im Windschatten dieser Politik  haben Menschenrechtsverletzungen zugenommen, Sanktionen werden nicht mehr befürchtet oder moralisch ernst genommen.

Die Vorstellung, dass alle Menschen von Natur aus unveräußerliche Rechte besitzen ist ein löblicher Ansatz, doch führt er erst dann zum Erfolg, wenn alle Menschen als Mitglieder einer Gruppe zusammen agieren und durch die Kraft der Entscheidung sich gegenseitig die gleichen Rechte zugestehen. Rechte sind erst dann Rechte, wenn sie sowohl politisch wie auch sozial von jedem akzeptiert, durchgesetzt und gesichert werden. Nur als Teil eines rechtlichen Kollektivs sichern sich die Menschen das Recht auf Freiheit und Gleichheit. Im Gegensatz dazu hat der soziale Ausschluss von Minderheiten und die Unterdrückung dieser jedoch immer Rechtlosigkeit und Gewalt zur Folge.

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