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Frauenrechte

In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau festgeschrieben. Jedoch ist in vielen Ländern nach wie vor das Recht der Frau in gesellschaftlichen Bereichen nach wie vor massiv eingeschränkt.

Die Stellung der Frau war damals primär die als Gattin und Mutter, deren Arbeit im Haushalt den Erfolg des Mannes im Beruf ermöglichte. Die Gesellschaft schloss Frauen von ökonomischen, politischen und sogar privaten Entscheidungen gänzlich aus. Sie hatten eingeschränkte Bildungsmöglichkeiten, keine Verfügungsgewalt über ihr Eigentum und konnten keine Arbeit ohne das Einverständnis ihres Ehegatten aufnehmen.

Die Frauenbewegungen begannen im 18. Jahrhundert. Zentrale Themen sind bis heute Gleichberechtigung in Form von politische Partizipation, Bildung, Arbeit, Körper und Sexualität sowie Gewalt gegen Frauen.

Die erste Frauenbewegung von 1848-1914 wollte zunächst allgemeine Verbesserungen auf dem zivilrechtlichen Gebiet erreichen. Die rechtliche Unmündigkeit von Frauen sollte aufgehoben werden, Forderungen nach dem Wahlrecht hatten anfangs eine untergeordnete Rolle. Doch ohne eine Stimme und Rechte in der politischen Öffentlichkeit waren sie noch immer auf Männer angewiesen. In Deutschland erhielten Frauen 1918, in Frankreich 1944 ihr Wahlrecht. Ihre Mitbestimmung in Parteien, Parlamenten und Regierungen nahm ihren Lauf.

Die neueren Frauenbewegungen zielten auf Veränderungen der Sozialisationsbedingungen. Ein zentraler Fokus lag auf der Politisierung ihres Privatlebens. Es ging um die Umgestaltung im familiären, schulischen und sexuellen Bereich, mit dem Ziel Frauen zu Selbstbestimmung und Autonomie zu bestimmen.

Am 8. März 1921 streikten in New York tausende Textilarbeiterinnen für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Ihr Streik wurde von der Polizei brutal niedergekämpft. In Erinnerung an diese Tat ist der 8. März zum Internationalen Frauentag ernannt worden.

Die Vereinten Nationen haben verschiedene Abkommen zur Sicherung der Frauenrechte erarbeitet. 1979 wurde eine Frauenrechtskonvention verabschiedet, die erstmals auf internationaler Ebene Standards zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau in allen Lebensbereichen formuliert. Mittlerweile haben über 180 Staaten dieses Übereinkommen ratifiziert und die Pflicht, innerhalb dieser Staaten lebender Frauen Diskriminierungsfreiheit und Gleichgerechtigkeit herzustellen und zu garantieren.

Heutzutage werden Frauen jedoch in einigen Ländern noch immer als „Mensch zweiter Kategorie“ angesehen und behandelt. In allen gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen kommt es selbst in demokratischen Ländern zur physischen und psychischen Gewalt gegenüber Frauen. Ehrenmorde in islamischen Ländern, aber auch in Brasilien, Ecuador, Italien oder Indien sind keine Seltenheit, oft nur weil die Frau im Verdacht des Ehebruchs steht oder die Mitgift zu gering ausgefallen ist. Beschneidung oder Verstümmelungen aufgrund veralteter Traditionen und Moralvorstellung, sowie Frauenhandel sind noch immer vielerorts Alltag.

Dennoch hat ein Mädchen, das heute geboren wird eine bessere Zukunft hat als jene vor der Verabschiedung der Frauenrechtskonvention. Die Bildungslücke zwischen Jungen und Mädchen hat sich verkleinert und der Anteil an erwerbstätigen und politisch aktiven Frauen ist gestiegen. Menschenrechtsorganisationen kämpfen unablässig für den Gleichstand der Geschlechter.